U 268/99 Vr (Zahnunfall durch harten Gegenstand)

III. Kammer

Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer;

Gerichtsschreiber Arnold

Urteil vom 17. Januar 2000

in Sachen

N.________, 1968, Beschwerdeführerin,

gegen

Basler Versicherungs-Gesellschaft, Hauptsitz, Basel,

Beschwerdegegnerin,

und

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern

 

A.- N.________, geboren 1968, war seit 26. August 1997

bei der A.________ AG als Projektmitarbeiterin tätig und in

dieser Eigenschaft bei der Basler Versicherungs-Gesell-

schaft (nachfolgend: Basler) obligatorisch gegen die Folgen

von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 5. März

1998 meldete sie der Basler, sie habe im Dezember 1997 bei

einer Einladung auf “etwas sehr Hartes” gebissen und dabei

einen Zahnschaden erlitten.

Nach Abklärung der Verhältnisse

(Einholung der ergänzten Unfallmeldung vom 12. April 1998,

Erhebungen beim behandelnden Zahnarzt Dr. med. B.________

mittels des Formulars “Zahnverletzungen: Befunde/Kostenvor-

anschlag” vom 2. April 1998) lehnte die Basler mit Ver-

fügung vom 13. Mai 1998 ihre Leistungspflicht ab, da ein

Unfall nicht nachgewiesen sei. Daran hielt sie im Einspra-

cheentscheid vom 28. September 1998 fest.

B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Ver-

waltungsgericht des Kantons Bern ab (Entscheid vom 13. Juli

1999).

C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt

N.________, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides

und der Verfügungen der Basler (vom 13. Mai und 28. Sept-

ember 1998) sei festzustellen, dass die Basler leistungs-

pflichtig sei, da es sich beim Ereignis vom 15. Dezember

1997 um einen Unfall im Rechtssinne handle.

Während die Basler auf Abweisung der Verwaltungsge-

richtsbeschwerde unter “o-/e-Kostenfolge” schliesst, lässt

sich das Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- Das kantonale Gericht hat die massgebende Be-

stimmung über den Unfallbegriff (Art. 9 Abs. 1 UVV) sowie

die Rechtsprechung zum Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit

des äusseren Faktors (vgl. auch BGE 122 V 233 Erw. 1) zu-

treffend dargelegt. Richtig sind weiter die Erwägungen über

den sozialversicherungsrechtlich massgeblichen Regelbeweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. auch BGE

121 V 208 Erw. 6b) und betreffend der Beweislastregeln (BGE

117 V 264 Erw. 3b). Zu ergänzen ist, dass seit je die Be-

weismaxime gilt, wonach “Aussagen der ersten Stunde” einer

versicherten Person erfahrungsgemäss unbefangener und zu-

verlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versiche-

rungsrechtlicher oder anderer Natur beeinflusst sein können

(BGE 115 V 143 Erw. 8c mit Hinweisen).

2.- Die Vorinstanz ist zu Recht davon ausgegangen, die

blosse Vermutung, wonach der Zahnschaden durch einen Biss

auf “etwas sehr Hartes” eingetreten sei, genüge für den

Nachweis eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht. Der-

art unbestimmte Aussagen, ohne dass die betroffene Person

das corpus delicti genauer und detaillierter zu beschreiben

wüsste, lassen keine zuverlässige Beurteilung darüber zu,

um was für einen Faktor es sich überhaupt gehandelt hat,

geschweige denn über dessen Ungewöhnlichkeit (Turtè Baer,

Die Zahnschädigung als Unfall in der Sozialversicherung,

in: SJZ 1992, S. 324, mit Hinweisen auf die Rechtspre-

chung). Daran ändert nichts, wenn man der Beschwerdeführe-

rin zugesteht, dass sie während des gesamten Verfahrens

zumindest bei ihrer Aussage blieb, auf etwas Hartes gebis-

sen zu haben. Dabei kann ausser Acht bleiben, dass sie

weder in der Unfallmeldung (vom 5. März 1998) noch in deren

Ergänzung (vom 12. April 1998), sondern erstmals in der

Einsprache (vom 11. Juni 1998) ausführte, sie habe im Zeit-

punkt des Schadenseintritts Weichkäse mit Birne gegessen.

Gleiches gilt für den Umstand, dass der behandelnde Zahn-

arzt Dr. med. B.________ im Formular “Zahnverletzungen:

Befunde/Kostenvoranschlag” des UVG-Versicherers (ausgefüllt

am 2. April 1998) als Datum der ersten Befundnahme den

25. November 1997 angab. Mit der Vorinstanz ist

festzuhalten, dass ein äusserer Faktor als Schadensursache

nicht rechtsgenüglich bewiesen ist, somit eine Aussage über

dessen Ungewöhnlichkeit nicht möglich ist und die Beschwer-

deführerin als Leistungsansprecherin die Folgen der Beweis-

losigkeit zu tragen hat. Der vorinstanzlich bestätigte Ein-

spracheentscheid, mit welchem der Anspruch auf Versiche-

rungsleistungen abgelehnt worden ist, besteht daher zu

Recht.

3.- Mit ihrem Begehren “Alles unter o-/e-Kostenfolge”

beantragt die Beschwerdegegnerin die Auferlegung von Ge-

richtskosten und die Zusprechung einer Parteientschädigung.

Weil es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von

Versicherungsleistungen geht, dürfen nach Art. 134 OG keine

Verfahrenskosten erhoben werden. Sodann kann einem UVG-Ver-

sicherer in Anwendung von Art. 159 Abs. 2 OG keine Partei-

entschädigung zugesprochen werden (BGE 112 V 361 Erw. 6).

 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

 

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben und es wird

keine Parteientschädigung zugesprochen.

 

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge-

richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche

Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherung

zugestellt.

 

Luzern, 17. Januar 2000

 

Im Namen des

Eidgenössischen Versicherungsgerichts

Der Präsident der III. Kammer: